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Die vier Bereiche der Ranch




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Horsemens Ranch

Um den besonderen Umgang mit dem Faktor Zeit geht es auch bei der von eingewanderten Spaniern nach Südamerika mitgebrachten als Altkalifornische Reitweise bekannten Vaquero Horsemanship ( Vaquero Reitkunst) . In dessen Geheimnisse wird man auf der Eschweger Horsemens Ranch eingeweiht. Die in eine wunderschöne Landschaft eingebundende Ranch umschließt ein Areal von 10 ha, mit Wohnhaus, Stallungen, Nebengebäuden Offenställen mit Paddocks, Reithalle ( 50 x 25 m) mit automat. Bewässerung, umfangreiche Weiden, Reitplatz, Cantina sowie mehren gemütlich und modern ausgestattete Cabins-Ferienhäuser und komfortable Bauwagen zum Übernachten. Die Pferde werden so artgerecht wie möglich gehalten, im Offenstall und mit viel Weidegang. Besonders wichtig ist der menschliche Umgang miteinander, der Respekt vor dem Tier und der Natur, die reichlich vorhanden ist. Konsequent und leidenschaftlich wird die Vaquero– Philosophie gelebt.

Um diese zu verstehen, muß man in der Heimat des Vaquero- Reitens in der Geschichte weit zurück gehen. 50 Millionen Jahre lang war Amerika ein Kontinent der Pferde bis sie vor etwa 10.000 Jahren in der Eiszeit innerhalb kürzester Zeit ausstarben. Erst die Spanier brachten bei der Eroberung Amerikas wieder Pferde auf den Kontinent. 1519 landete Cortez mit rund 600 Kriegern und 16 Pferden an der Küste Mittelamerikas, 20 Jahre später drang Franzisco Vasquenz mit 250 gepanzerten Reitern und 1000 Reservepferden in den Norden vor. Die meisten der von Cortez und Vasquenz mitgebrachten Pferde entliefen in der Prärie und bildeten ( sich in den Steppen von Arizona und Texas vermehrend) die Grundlage einer neuen Wildpferd- Rasse, die wir Mustangs nennen, was vom spanischen Wort mestengo (Vagabund) abgeleitet ist. Wer denkt, dass die Indianer schon immer auf wilden Mustangs ritten, irrt sich. Die zwischen Mississippi im Osten und Rocky Montains im Westen lebenden Indianer folgten zunächst zu Fuss den große Weideflächen abgrasenden riesigen Büffelherden. Hatten die Indianer anfangs Angst vor den von Spaniern mitgebrachten Pferden, so lernten sie als Aushilfen auf deren Farmen, schnell mit ihnen umzugehen. Ab 1630 züchteten Apachen und Comanchen aus gestohlenen und verwilderten Pferden, den Mustangs, selbst Pferde, mit denen sie leichter den Büffelherden folgen konnten. Auch für die Cowboys stellte das Zähmen ungerittener junger Mustangs (span. Broncos) eine Faszination dar. Anders als die Indianer taten die Cowboys den Broncos häufig Gewalt an, um ihren Willen zu brechen. Als waghalsig geltende Rodeodisziplinen wie Bareback Riding( Broncoreiten ohne Sattel) , Saddle Bronc Riding (Broncoreiten mit Sattel) und Wild Horse Race (Wildpferde fangen) fanden ab 1900 als Mythos Eingang in die US amerikanische Populärkultur – stehen aber meist eher für eine auf den Rücken der Pferde ausgetragene Egoshow. Im Zusammenhang mit Rodeo bedeutet Bronco nicht, dass das Pferd ungeritten ist, sondern dass es spezialisiert für vorgegebene möglichst athletische Bocksprünge auf Kommando ist. Ganz anders dagegen die Legende von Zorro und seinem berühmten Pferd Tornado, welche in zahlreichen Abenteuern vertraute Einheit und Eigenleben zugleich bildeten. Die bis vor 100 Jahren von den Neze-Perce Indianern als Pack- Jagd- und Kriegspferde gezüchteten Appaloosa Pferde, welche sich durch Ausdauer, Schnelligkeit und viel Charakter auszeichneten.  Doch trotz des Rufes der Indianer als tolle Reiter und hervorragende und einfühlsame Pferdetrainer galt seit jeher Spanien als Wiege höchster Zucht- und Pfedereitkunst. Die im 8. Jh. in Südspanien einfallenden Mauren brachten die im Barock beliebten Berber und Araber in das Land. Spanische Pferderassen waren seitdem für europäische Fürstenhäuser ein wichtiges „Must Have“. Viele berühmte Herrscher wie Richard Löwenherz, Friedrich der Große und Napoleon Bonaparte besaßen ein (als Kriegspferd hochgeschätztes ) Pferd spanischer Herkunft, welches leichter und beweglicher als ihre massigen und schwerfälligeren Artgenossen waren. Die Eroberung Amerikas wäre ohne die von den Spaniern mitgebrachten Pferde undenkbar gewesen. Durch ihre unverzichtbare Rolle bei der Erschließung des weiten Landes sind Pferde somit stark in der Geschichte von Amerika verwurzelt und spielen in vielen Gegenden noch heute eine große Rolle. Von den Einwanderern wurden aber nicht nur Pferde mitgebracht, die Spanier brachten zunächst nach Mexiko dann nach Californien auch die Reitweise der Vaqueros mit.

Die Californische Vaquero Reitweise stellt die Wurzeln des heutigen Westernreiten als auch der englischen Reitweise dar. Kern der Vaquero Philosophie ist neben der Frage wie man ein Pferd oder einen Menschen behandelt, der absolut stressfreien Umgang mit dem Faktor Zeit frei von Ungeduld. Diese steht im Gegensatz zum „Texas Style“ wo das auf reine Gehorsamkeit getrimmte Nutztier möglichst schnell reitbar sein sollte. Oft wurden wilde Pferde in zwei bis drei Wochen gebrochen, damit sie reitbar waren. Ein Pferd galt damals bereits als angeritten, wenn es den Reiter auf sich duldete. Ähnlich erging es den Cowboys die sie reiten sollten. Die meisten von ihnen waren gewöhnliche Rancharbeiter oder heimatlose Männer. Sie hatten nie zuvor auf einem Pferd gesessen. Sie wurden für ein paar Dollar für einen Viehtrieb angeheuert und ritten völlig unerfahren noch fast wilde Pferde. Bei der für Reiter und Pferd anspruchsvollen mind. 6 - 8 jährigen Vaquero Ausbildung, lautet dagegen die Frage nach dem „wann fertig sein“ ein entspanntes „Manana“- irgentwann morgen, nichts drängt oder treibt den traditionellen Vaquero . Das Vaqueropferd ein Cow Horse – ein für das Roping und für die Rinderarbeit ausgebildetes Pferd, welche ( mit Sliding Stops, und Spins) schnell bremsen und auch drehen konnten. Basierend auf dem Verständnis der Psyche und Biomechanik des Pferdes bietet die Vaquero Reitweise einen Ausbildungsweg für Pferde (bis hin zu Lektionen der Hohen Schule), der seinesgleichen sucht. Zufriedene, ausdrucksstarke Pferde, die sich in Balance bewegen, mit einem Minimum an reiterlicher Einwirkung auskommen und bis ins hohe Alter gesund ihre Arbeit tun, sprechen für sich. California Horsemanship ist weit mehr als die (zeitintensive) Ausbildung eines Pferdes von der Hackamore über die „Two Reins“ bis zum hoch angesehenen „Bridle Horse“, das einhändig im Spade bit auf unsichtbare Hilfen reagiert und dabei alle Aufgaben eines Ranchpferdes meistert. In dieser Phase der Ausbildung können die Zügel lose gehalten werden, was dem Pferd Beibehaltung von Bewegung und Tempo signalisiert. Erst eine Anlehnung der Zügel oder einer Schenkelhilfe gibt dem Pferd das Kommando eines Tempowechsels oder Richtungswechsels. Aber eben dies ist der Kern einer reiterlichen Philosophie, die pferdegerechter nicht sein kann und nicht nur das Pferd, sondern auch den Reiter erheblich weiterbringt. California Horsemanship mit ihren Prinzipien Feeling, Timing und Balance schult Charakter, Feingefühl, Beobachtungsgabe und (psychische wie physische) Selbstbeherrschung des Reiters und des Pferdes in einer Weise, die weit über das reiterlich Anwendbare hinaus geht... Ebenso wie im kalifornisches Vaquero Stil ausgebildetes „Bridle Horse“ ist weit mehr als ein uneingeschränkt einsetzbares gutes Ranchpferd in jedem Sinne sondern gleichzeitig auch ein lebendes Kunstwerk ist. Die für Reitkunst stehende californische Bezeichnung Horsemanship steht für die Vereinigung von Pferd und Mensch. Pferdemenschen, sogenannte „Horsemen“ beherschen die Kunst, in einer ganz besonderen Art und Weise mit dem Pferd umzugehen. Sie verfügen über die besondere Gabe, die Sprache der Pferde zu verstehen und zu sprechen. Im Umgang mit dem Pferd versuchen sie, möglichst viel über deren Psyche und individuelle Verhaltensweisen zu lernen. Ziel des Horsemanship ist der Aufbau einer intensiven, harmonischen und partnerschaftlichen Beziehung zu ihrem Pferd. Pferde können uns eine Menge über unser eigenes Verhalten verraten. Sie spiegeln unsere Fähigkeiten und Persönlichkeit, aber auch unsere Unsicherheiten wieder. Pferde sind der Spiegel unserer Seele.

Wer mit Pferden umgeht, sollte sie verstehen können und wissen, wie sie sich verhalten, wie sie reagieren. Missversteht man das Pferd, kommt es zu Schwiergkeiten im Umgang und in der Kommunikation. Oftmals ist es ein schwieriger und langwieriger Weg, einmal entstandene Probleme wieder zu korrigieren. Natural Horsemanship widerspricht keiner Reitweise und ist für jeden eine Bereicherung, sowohl für klassisch orientierte Reiter, als auch für Western- oder Freizeitreiter. Die Bodenarbeit ist hier die Grundlage der natürlichen Rangordnung und es gilt, das Pferd als Partner zu gewinnen und gegenseitiges Verstehen zu lernen. Sowohl hier, als auch später unter dem Sattel sollten ausschließlich Methoden und Hilfsmittel angewendet werden, die das Pferd weder überfordern, reizen, verunsichern noch Schmerzen oder Angst zufügen. Es ist besonders wichtig, dem Pferd niemals eine vorgeschriebene Zeit  aufzuerlegen – es bekommt immer die Zeit, die es benötigt. Der Horseman und der Vaquero schätzen die Intelligenz und Charaktereigenschaften des Pferdes genauso, wie seine körperlichen Fähigkeiten. Das Ergebnis dieser Ausbildung ist ein Pferd, das seinem „Herdenchef“ und Partner freiwillig folgt, ­ wohin er auch geht. Aber nicht aus Angst vor Bestrafung, sondern aus gegenseitigem Vertrauen und Respekt. Das Horsemanship jeder lernen kann– und es beginnt, wenn Pferd und Mensch aufeinander zugehen wird auf Horsemens Ranch, gelebt, wo man sich mit Liebe und Leidenschaft der Vaquero Philosophie verschrieben haben .